Freiwillige Feuerwehr Oberhaag © 2020
Sturm wütet über Oberhaag
Als am 12.12.2017 um 00:49 Uhr in Oberhaag die Sirenen heulten, ahnte noch keiner der Oberhaager Feuerwehrkamerad(inn)en welche Menge an Einsätzen in den kommenden Tage zu bewältigen sein würden. Das erste Alarmstichwort lautete „Baum über Straße im Bereich Unterhaag“.  Viele Kameraden konnten um diese Uhrzeit jedoch gar nicht in das Feuerwehrhaus einrücken, da sämtliche Zufahrtsstraßen von umstürzenden Bäumen blockiert wurden. Sie mussten sich zu Hause erst „freischneiden“. Der Rest der Mannschaft war währenddessen gezwungen im Feuerwehrhaus eine Wetterbesserung abzuwarten. Jegliche Arbeiten waren unter den gegeben Umständen (der Sturm fegte immer noch mit weit über 100 km/h) für die Einsatzkräfte viel zu gefährlich. Zwischenzeitlich kam es auch zu Stromausfällen welche im Ortsgebiet von Oberhaag zum Glück nicht lange andauerten. Andere Katastralgemeinden erging es wesentlich schlechter. Hier mussten die Bewohner stundenlang ohne Strom ausharren.  Da im Minutentakt Einsätze per Funk bzw. Alarmfax im Feuerwehrhaus ankamen wurde zunächst ein Krisenstab im Feuerwehrhaus errichtet. Wenige hundert Meter vom Feuerwehrhaus entfernt, Richtung Großlieschen, wurde durch einen Baum eine Stromleitung gekappt. Das Kabel berührte daraufhin den Boden und es kam zu einem kleinen Flächenbrand welcher erst durch das Abschalten des Stromes durch das EVU (Energieversorgungsunternehmen) unter Kontrolle gebracht werden konnten.  Einige Kameraden meldeten sich nun bei ihren Arbeitgebern für den kommenden Feuerwehreinsatz frei, da die Flut von ankommenden Einsatzbefehlen nicht abzureißen schien. Durch den Kommandanten der FF Oberhaag, HBI Franz Lierzer, und einem Teil der Mannschaft, wurden daraufhin Erkundungsfahrten durchgeführt. Jedoch kam man nirgends voran. Es gab keine Straße die nicht von umstürzenden Bäumen blockiert wurde. In den frühen Morgenstunden konnte bereits von einer Katastrophenlage ausgegangen werden. Aus diesem Grund wurde über den Bereichsführungsstab Leibnitz das Einsatzleitfahrzeug, ein Stützpunktfahrzeug der FF Gleinstätten, nach Oberhaag angefordert und zunächst eine provisorische Einsatzleitung errichtet. Weiters wurde die Drehleiter Leibnitz (mit HLF 2 und MZF) angefordert. Aufgrund der zu erwartenden Schadenslage wurde außerdem ein KHD Zug aus Radkersburg unter anderem mit Kranfahrzeugen, sowie Einheiten weiterer Feuerwehren aus dem Bereich Leibnitz angefordert. Auch wurde die MRAS (Menschenrettung und Absturzsicherung) Gruppe des Bereiches Leibnitz für Arbeiten in großer Höhe aktiviert, welche sich ebenfalls nach Oberhaag begab. Auch die Berufsfeuerwehr Graz beteiligte sich mit einem Wechselladefahrzeug an den Arbeiten. In den Vormittagsstunden wurde die örtliche Einsatzleitung vom Bereichsführungsstab Leibnitz (BR Friedrich Partl, ABI d.F. Alfred Muhri, ABI Rudolf Puntigam, HBI Michael Hanscheg, ) zusammen mit dem örtlich zuständigen Kommandanten HBI Lierzer Franz, übernommen. Einen besonderen Dank gilt hier dem Leiter S3, HBI Michael Hanscheg, der FF Spielfeld, welcher ein wenig Ordnung in das Einsatzgeschehen brachte. Nachdem die Arbeiten am 12.12.2017 mit der aufkommenden Dunkelheit beendet werden mussten und die eingesetzten Kräfte bereits an deren Leistungsgrenze und zum Teil unter lebensgefährlichen Bedingungen Einsätze abgearbeitet hatten, wurden die Arbeiten am 13.12.2017 fortgesetzt. Am 13.12.2017 gingen die Einsätze langsam zurück, benötigten aber immer noch ein hohes Kräfteaufgebot. Die Einsatzleitung wurde hier von Kommandat Stv. der FF Oberhaag, OBI Ewald Preßnitz, übernommen. An diesem Tag kamen weitere Feuerwehren aus den Bereichen Leibnitz, Südoststmk., Graz-Umgebung, sowie der BF Graz zum Einsatz. Am 14., 15., und 16.12.2017 wurden von der FF Oberhaag noch zahlreiche weitere Einsatze abgearbeitet. Zusammengefasst waren am 12.12.2017 an die 100 Kameraden mit 26 Fahrzeugen im Einsatz. Am 13.12.2017 noch immer 53 Kameraden mit 13 Fahrzeugen.  Alles in allem waren über 120 Einsätze zu bewältigen, wobei die genaue Zahl zum Zeitpunkt dieses Berichtes noch nicht feststeht. Das Spektrum reichte von abgedeckten Dächern bis zu Bäumen auf Straßen, Bäumen auf Stromleitungen, Bäumen auf Gebäuden und Fahrzeugen, Fahrzeugbergungen uvm. Im Einsatz standen mit Fahrzeugen und/oder „Manpower“: FF Oberhaag: TLFA 4000, KLFA, MTFA mit 25 Mann KHD Zugskommandant Radkersburg: OBI Armin Christandl FF Bad Radkersburg, FF Mureck, FF Bierbaum am Auersbach, FF Klöch, FF Ratschendorf, FF St.Andrä-Höch, FF Kaindorf/Sulm, FF Leibnitz, FF Gleinstätten, FF Pistorf, FF Heimschuh, FF Spielfeld, FF Kainbach bei Graz, FF Raaba, FF Hütt, FF Breitenfeld am Tannenriegel, FF Labuttendorf, FF Leitersdorf, FF Marchtring, FF St.Nikolai ob Drassling, BF Graz Die FF Oberhaag bedankt sich recht herzlich bei allen eingesetzten Kräften und auch bei den vielen Helfern, wie den Frauen die uns mit Kuchen und Verpflegung versorgt und somit einen wichtigen Teil bei der Bewältigung dieser großen Schadenslage beigetragen haben!                                                                             Bericht: OLM d.V. Manuel Nauschnegg, FF Oberhaag